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Der Kompressions-Ratgeber

Kompressionsstrümpfe richtig anziehen (ohne Kampf)

Aktualisiert am 2. September 2026 · 5 Min. Lesezeit

Die kurze Antwort

Kompression morgens auf trockene Beine anziehen, bevor Schwellungen entstehen. Den Strumpf bis zur Ferse auf links drehen, Fuß und Ferse zuerst platzieren, dann in kurzen Zügen das Bein hinaufarbeiten — dünne Handschuhe machen es doppelt so leicht. Das Bündchen niemals herunterrollen, und nie in die Maschine: Handwäsche unter 40 °C, liegend trocknen — und rechnen Sie mit etwa sechs Monaten zertifiziertem Druck bei täglichem Tragen.

Hände streichen einen nudefarbenen Kompressionsstrumpf am Knöchel glatt

Der Morgen ist die halbe Technik

Ein Bein, das die Nacht über lag, ist am schlanksten. Jede Stunde im Stehen fügt Flüssigkeit hinzu, und jeder Millimeter Schwellung lässt einen korrekt bemessenen Strumpf eine Größe kleiner wirken. Ziehen Sie Kompression bald nach dem Aufstehen an — und wenn der Morgen davongelaufen ist: zehn Minuten mit hochgelagerten Beinen liegen, dann anziehen.

Vorbereitung nach Herstellerangabe

  • Trockene Beine — nach der Dusche wirklich trocken; im Sommer hilft etwas Talkum.
  • Ringe, Armbänder und Uhren ab, sonst bleiben sie im Gestrick hängen.
  • Raue Fersen und eingerissene Nägel feilen — oder dünne Handschuhe tragen.
  • Handschuhe (Haushalts- oder dünne Gummihandschuhe) sind der beste Einzeltrick: mehr Grip, keine Nagelschäden.

Der Fersentrick, Schritt für Schritt

Greifen Sie in den Strumpf, fassen Sie die Fersentasche und drehen Sie den Schaft bis zur Ferse auf links. Schlüpfen Sie mit dem Fuß in den kurzen Fußteil und setzen Sie die Ferse exakt in die Fersentasche — dieser Schritt entscheidet alles. Dann die doppelte Kante fassen und den Strumpf in kurzen Abschnitten das Bein hinaufrollen, dabei glattstreichen, bis das Bündchen flach anliegt. Kein einzelner Heldenzug; drei, vier ruhige.

Das Bündchen niemals herunterrollen

Ein gerolltes oder umgeschlagenes Bündchen macht aus einem graduierten Strumpf ein Stauband: Der Druck in diesem einen Streifen vervielfacht sich und kann das Bein stauen statt entlasten — genau davor warnt die Gebrauchsanweisung des Herstellers. Fühlt sich der Strumpf zu lang an, stimmt Größe oder Länge nicht; Rollen ist keine Lösung.

Pflege, die den Druck schützt

  • Handwäsche unter 40 °C — keine Waschmaschine, keine chemische Reinigung.
  • Kein Weichspüler, keine Aufheller oder Fleckenentferner; sie ermüden das Elastomer.
  • Liegend trocknen, fern von Sonne und Heizkörpern.
  • Zwei Paare im Wechsel tragen — jedes erholt sich zwischen den Einsätzen, beide halten länger.
  • Der zertifizierte Druck hält etwa 6 Monate täglichen Tragens; versiegelt in der Box ist das Produkt 36 Monate haltbar.

Häufige Fragen

Wie fest darf sich ein Kompressionsstrumpf anfühlen?

Deutlich und spürbar, besonders am Knöchel, nach oben hin nachlassend — aber niemals schmerzhaft, taub machend oder kribbelnd. Schmerz oder Kribbeln bedeutet falsche Größe oder ein gerolltes Bündchen: ausziehen und Maße neu prüfen.

Wie lange wirkt ein Paar?

Etwa sechs Monate täglichen Tragens — danach ist das Elastomer ermüdet und der deklarierte mmHg-Wert nicht mehr garantiert, auch wenn der Strumpf intakt aussieht. Das ist eine Eigenschaft aller medizinischen Kompressionsgestricke, kein Mangel.

Lohnen sich Anziehhandschuhe wirklich?

Ja — sie halbieren die Mühe, schützen das Gestrick vor Nägeln und geben Kontrolle über jeden kurzen Zug. Für Klasse II halten die meisten täglichen Träger sie für unverzichtbar.

Dieser Ratgeber ist allgemeine Information über zertifizierte Kompressionsstrümpfe, keine persönliche medizinische Beratung. Bei einer Diagnose — oder einer der genannten Kontraindikationen — hat der Rat Ihres Arztes Vorrang.
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